Wenn künstlerische Vision auf unternehmerisches Handeln trifft, entstehen Projekte wie Ritehaus. Sally Molloy, Absolventin unseres Gründungsprogramms 2025, beweist eindrucksvoll, dass Unternehmertum auch bedeutet, Tabus ästhetisch zu brechen. Mit ihrer Linie "First Rite" hat sie eine Self-Care-Welt geschaffen, die Teenager-Mädchen achtsam durch ihren Zyklus begleitet. Wir haben mit ihr über ihre Reise von der kreativen Idee zum marktfähigen Geschäftsmodell gesprochen.
Sally, welche Vision steckt hinter „First Rite“ und warum ist jetzt der richtige Zeitpunkt für dieses Produkt?
Es begann mit etwas, das ich nicht hatte. Ich habe erst relativ spät etwas über die Feinheiten meiner Hormone gelernt, und ich glaube, dass dieses Wissen für junge Frauen zu wichtig ist, um es zu verpassen. Ich wollte etwas Persönliches und Schönes schaffen, etwas, das Mädchen wirklich verdienen. Der richtige Zeitpunkt war gestern, aber jetzt ist der nächstbeste Zeitpunkt. Es gibt einen spürbaren Wandel hin zu einem tieferen Verständnis der eigenen Gesundheit.
Du widmest dich einem Thema, das immer noch oft als Tabu gilt. Inwiefern hat dir das Umfeld bei Crescenda geholfen, dich so selbstbewusst mit dem Thema Menstruationsgesundheit auseinanderzusetzen?
Die Gruppe war klein und der Unterricht familiär. Wir haben unsere Projekte gleich am ersten Tag vorgestellt, wodurch offene Gespräche sehr schnell zur Normalität wurden. Ich mochte meine Dozenten und meine Gruppe sehr, daher fiel es mir leicht und es fühlte sich ganz natürlich an, darüber zu sprechen.
Du begleitest Mädchen in einer prägenden Lebensphase. Welches Feedback hat dir gezeigt, dass dein Projekt wirklich etwas bewirkt?
Ich sehe oft, wie die Menschen strahlen, wenn ich ihnen die Idee erkläre. Ich habe auch Umfragen unter Frauen durchgeführt, um zu verstehen, wie viel Mädchen über die vier Phasen des Menstruationszyklus wissen. Die meisten konnten sie nicht benennen oder wussten nur sehr wenig über den Eisprung. Diese Lücke hat mir die Notwendigkeit sehr deutlich gemacht.
Inwiefern hast du dich durch den Austausch mit den anderen Gründerinnen im Jahr 2025 persönlich am meisten weiterentwickelt?
Ich habe meine Angst vor öffentlichen Auftritten überwunden. Die Präsentation meines Unternehmens beim Crescenda-Präsentationsabend war ein Wendepunkt. Während des gesamten Kurses habe ich wiederholt meine Komfortzone verlassen, vom Verkauf auf dem Ökolampad-Markt bis hin zur Durchführung einer StraSSenumfrage. Am Ende des Programms fühlte ich mich furchtlos.
Was war für dich die wichtigste geschäftliche Erkenntnis aus dem Programm?
Bootstrapping. Ich hatte zunächst grosse Pläne, eine Kreativagentur zu beauftragen, aber nach ein paar Wochen ergab das keinen Sinn mehr. Ich habe gelernt, wie viel man mit sehr wenig Geld erreichen kann und wie man jeden Franken optimal einsetzt. Es ist wichtig, so früh wie möglich ein physisches Produkt in den Händen zu halten. Dann beginnt das eigentliche Lernen. Als ich den ersten Prototypen in den Händen hielt, fühlte sich alles viel realer an.
Welches Tool aus dem Programm nutzt du täglich, um deine Prozesse effizient zu verwalten?
Den Finanzplan. Ich nutze die Tabelle jeden Tag. Es geht dabei um mehr als nur Zahlen. Es ist die Struktur des Unternehmens und hilft mir zu verstehen, wie alles zusammenhängt.
Wie hat Crescenda dir dabei geholfen, den Sprung von der Idee zum Markteintritt zu schaffen?
Es herrscht eine starke „Just do it”-Mentalität. Ich habe gelernt, Ja zu sagen und die Dinge im Laufe der Zeit zu klären. Wenn man den ersten Schritt macht, fügt sich oft alles andere von selbst zusammen.
Wie wichtig war deine wöchentliche Präsenz auf dem MittwochsMARKT beim Ökolampad?
Sie war unerlässlich. Dort habe ich gelernt, wie die Menschen auf das Produkt und die Präsentation reagieren. Was sie anspricht und was nicht. Echter Fortschritt entsteht im Gespräch, nicht hinter einem Bildschirm.
Was sind deine wirtschaftlichen Ziele für 2026 und wie werden die Menschen in Zukunft von Ritehaus hören?
Ich werde mit Youkidoc Kindergesundheit zusammenarbeiten, wo das Produkt von einem Gynäkologen empfohlen wird. Ich bin aktiv auf der Suche nach Kooperationspartnern und Standorten für Pop-up-Shops in Basel und Zürich. Vorbestellungen für das Frühjahr 2026 sind möglich, und ich bin gerade dabei, das Verpackungsdesign fertigzustellen.
Möchten Sie Sallys Vision unterstützen oder Teil der Crescenda-Community werden?
Erfahren Sie mehr über die Kollektion unter ritehaus.ch.
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