Interviews mit Kursabsolventinnen

Statements von Kursabsolventinnen

Das sagen Kursabsolventinnen über ihre Erfahrungen bei Crescenda - eine Auswahl:

“In einem fremden Land wirst du wie neu geboren. Bei Crescenda setzt das Wachstum ein.“

 „Die Standortbestimmung meiner persönlichen und beruflichen Fähigkeiten war sehr wichtig für mich. Ich wurde gezwungen, mich zu hinterfragen und lernte erstmals, was meine Lernkompetenzen sind.“

„Crescenda hat mir Mut und Stärke gegeben, in das Schweizer Gesellschaftssystem einzutreten.“

„Der Austausch mit den anderen Frauen war sehr nützlich. Wir haben zwar alle sehr unterschiedliche Projekte, aber ich glaube, wir sind alle auf dem gleichen Weg und haben ähnliche Schwierigkeiten.“

„Ich habe bei Crescenda mein Selbstvertrauen, mein inneres Gleichgewicht und meine Würde wieder gefunden.“

"Mein Mann, mein Bruder und meine fünf Kinder sind in das Projekt integriert und dadurch zu einer Ressource, zum Fundament für mein ganzes Unternehmen geworden."

Interview mit Sine Diagne Jeanneau (Senegal)

„Wenn man in ein fremdes Land kommt und sich seines Platzes nicht mehr sicher ist, kann es wirklich sehr, sehr schwierig sein. Bei Crescenda kriegt man einen Platz.“

Sine Diagne Jeanneau hat im Rahmen des Gründungskurses 2011 ihr Cateringunternehmen „Cakes, Pies & More“ professionalisiert. Mit ihren liebevoll zubereiteten Cupcakes, Muffins und Torten versüsst sie das Angebot des Bistrots Crescenda. Durch ihren Aufenthalt in Kanada wurde sie mit den kulinarischen Gepflogenheiten des Landes vertraut und bietet nun an ausgewählten Daten einen reichhaltigen Sonntagsbrunch in der Villa Crescenda an. Nachdem sie einige Zeit die Raumvermietung organisiert hat, führte sie von Herbst 2013 bis Ende 2014 das Bistrot Crescenda.

Sine über ihren Anfang hier in der Schweiz: 

Ich hätte nie gedacht, dass es so schwierig sein würde, hier eine Stelle zu finden. Ich habe gute Diplome, spreche mehrere Sprachen und in Basel gibt es viele internationale Firmen. Nach zwei Jahren Suche habe ich realisiert, dass hier niemand auf mich gewartet hat.
Vor ein paar Jahren habe ich mit dem Verkauf von Backwaren angefangen. Freunde und Familie haben mein Essen immer sehr gelobt und mich bei Anlässen angefragt, ob ich backen könnte. So hat alles angefangen und langsam habe ich auch Aufträge von Kunden bekommen, die ich nicht kannte, obwohl ich keine Werbung gemacht habe.

Sine über ihren Weg zu Crescenda:

Per Zufall hat mein Mann an einer Konferenz von einem französischen Kulturverein Unterlagen von Crescenda gesehen und mir mitgebracht. Daraufhin habe ich einen Termin vereinbart. Mit meinem Back-Business hatte ich schon angefangen, mir fehlte es aber an einer Struktur. Ich dachte an eine eigene Bäckerei oder ein eigenes Café, damit ich meine Produkte in der Öffentlichkeit bekannt machen kann. Aber ich hatte keine Ahnung an wen ich mich wenden und von wo ich Informationen bekommen könnte. Ich wusste nicht, wie eine Geschäftsgründung hier funktioniert. Deshalb war Crescenda in meiner Situation perfekt für mich.

Sine über ihre Erfahrungen im Gründungskurs:

Bei Crescenda konnte ich viele Schritte zur Erfüllung meines Projektes machen. Jetzt habe ich einen Plan. Vorher wusste ich nicht, wo ich anfangen soll. Fragen klärten sich, wie zum Beispiel was für Bewilligungen ich für ein Geschäft brauche, wie ich budgetiere, wie ich meine Ware verkaufen oder wie ich das Marketing konkret angehen soll. Bei Crescenda habe ich einfach alle Grundlagen für mein eigenes Geschäft erworben.
Was ich sehr nützlich gefunden habe, war der Austausch mit den anderen Frauen. Wir haben zwar alle sehr unterschiedliche Projekte, aber ich glaube, wir sind alle auf dem gleichen Weg und haben ähnliche Schwierigkeiten. Bei den Diskussionen profitiert man gegenseitig von den Erfahrungen der anderen, was für alle eine Bereicherung ist. Aber das Wichtigste, was ich bei Crescenda gelernt habe, ist, dass die Realisation meines Projektes möglich ist. Das ist von unschätzbarem Wert.
Vor Crescenda habe ich lange eine Stelle gesucht und durch die erfolglose Suche war ich ziemlich deprimiert. In der heutigen Gesellschaft wird man oft durch seine Beschäftigung definiert. Durch sie hat man einen Platz in der Gesellschaft und kann etwas beitragen. Bei Crescenda wurde meine Erfahrung geschätzt und ich fand die Tatsache toll, dass ich irgendwo etwas beitragen konnte. Durch Crescenda bin ich mir meiner Kompetenzen bewusster geworden. Mein ganzes Auftreten hat sich geändert. Mein Mann und viele meiner Freunde sagen, dass ich aufgeblüht bin. Ich habe bei Crescenda mein Selbstvertrauen, mein inneres Gleichgewicht und meine Würde wieder gefunden. Das ist das Beste, was mir passieren konnte.

Sine über ihre Zukunftspläne:

Ich habe vor, mein Wirtepatent zu machen, damit ich in ein paar Jahren mein eigenes Café eröffnen kann. Im Moment bin ich noch nicht ganz bereit dazu. Ich brauche noch mehr praktische Erfahrung, was ich hier bei Crescenda auch erhalte. Ich arbeite nicht nur in der Administration, sondern auch im Bistrot. Dort lerne ich, wie ich in der Praxis dann mein Geschäft führen soll, wie ein Restaurantbetrieb funktioniert und wie man mit Kunden umgeht. Dadurch kann ich bei Crescenda sehr viel lernen.

Sine abschliessend über Crescenda:

Crescenda ist nach meiner Erfahrung ein Ort, wo sich Frauen selber finden können. Crescenda öffnet eine Welt und findet Wege und Möglichkeiten für jede Frau - egal wie das Projekt aussieht. Trotzdem ist Crescenda nicht unrealistisch. Sie werden dir nicht sagen, dass dein Projekt fantastisch ist und dass sowieso alles funktionieren und super sein wird. Sie sagen einfach: „Ja, es ist möglich, aber es wird schwierig. Diese und jene Probleme können auftauchen, diesen Hürden kannst du begegnen, aber es ist möglich.“ Ich habe die Vorbereitung auf die Gefahrenquellen sehr geschätzt. Wenn man in ein fremdes Land kommt und sich seines Platzes nicht mehr sicher ist, kann es wirklich sehr, sehr schwierig sein. Bei Crescenda kriegt man einen Platz.

Interview mit Eva Noroña (Mexiko/Spanien)

“Ich bin dankbar, dass ich jetzt eingegliedert bin und ein Teil vom Ganzen bin.“

Eva Noroña ist in Mexiko geboren und teilweise aufgewachsen. Seit 15 Jahren gibt sie Spanischunterricht und schreibt leidenschaftlich gerne Krimis. Ihr neues Buch erschien im Winter 2012. Durch den Crescenda-Gründungskurs 2011 hat Eva hier in Basel ihre eigene Spanischschule auf die Beine gestellt.

Eva über ihren Weg zu Crescenda:

Ein Ehepaar aus Zug hat mich auf Crescenda aufmerksam gemacht. In der NZZ war damals ein Artikel. Ich fühlte mich auf Anhieb angesprochen und habe mit Crescenda Kontakt aufgenommen. Es fand dann ein Informationsabend statt, an dem ich teilgenommen habe. Das hat mir sehr geholfen herauszufinden, ob das Angebot für mich geeignet ist.
Ich war ein Jahr lang ziemlich alleine in Basel. Denn ich kam hierher und hatte keine Freunde hier. Vorher hatte ich in Zug gelebt, wo ich bereits eine eigene Sprachschule führte. Immer schon habe ich Spanisch unterrichtet und wollte damit auch in Basel weiter machen. Unterrichten ist meine Leidenschaft, meine Stärke und meine Aufgabe.
Für mich war klar, dass ich, um hier Fuss zu fassen und um eine finanzielle Stabilität zu erlangen, von Null an beginnen muss. Und die beste Möglichkeit, meiner Zukunft ein Fundament zu geben, war wieder Sprachunterricht zu geben und so unter die Leute zu kommen.

Eva über ihre Erfahrungen im Gründungskurs:

Ich konnte meine Pläne umsetzen. Meine Idee war sehr klar, aber es gab Lücken in der Struktur meiner kleinen Firma. Ich wollte meine organisatorischen Fähigkeiten verbessern. Die Lücken konnte ich im Kurs schliessen. Da wir alle Ausländerinnen sind, hat es mich auch interessiert, wie Frauen aus anderen Kulturen denken, die sich selbständig machen wollen. Das braucht viel Mut und Energie. Spannend war auch die Stärke einiger Frauen zu sehen, sie waren gute Beispiele für mich. Aber auch die Schwächen von einigen Frauen zu erfahren, war für mich sehr förderlich. Es ist sehr interessant, dass man von den anderen so viel lernen kann. Zudem ist es spannend, sich selbst zu beobachten und auch zu sehen, dass es weiter geht, auch wenn man manchmal sehr verzweifelt war. Man fragt sich immer wieder, ob man weiter machen soll und ob die Idee Zukunft hat, so wie man sich das vorgestellt. Der Kurs räumt dabei immer wieder die Zweifel aus dem Weg. Wir alle haben mehr oder weniger die gleichen Erfahrungen gemacht, das war unterstützend.
Der Kurs hat mir neben vielen Details, die ich nicht wusste, drei Dinge beigebracht: Erstens eine klare finanzielle Struktur in die Idee hinein zu bringen, zweitens die Marketing-Strategien zu durchblicken und Drittens die Erkenntnis, dass ein Netzwerk ein Muss ist und dass das bei Crescenda möglich ist. Ich habe so viel gelernt und habe es geschätzt, dass der Unterricht lebendig war. Alle Dozierenden fand ich gut, sie haben immer Ratschläge gegeben, die auch umzusetzen waren.

Eva über ihre Zukunftspläne:

Ich geniesse weiterhin den Kontakt mit allen, die ich durch Crescenda kennengelernt habe. Ich bin dankbar, dass ich jetzt eingegliedert bin und ein Teil vom Ganzen bin. Ich habe Freundinnen gewonnen, was etwas sehr Schönes ist. Es haben sich viele Türen geöffnet und zwar durch den Kurs und durch die Begegnungen bei Crescenda. Ich habe in diesem Haus so gute Menschen kennen gelernt, bereichernde Gespräche geführt und viel gelernt, auch über mich selbst. Crescenda ist eine vielseitige Geschichte. Ich habe nicht nur fachlich profitiert, sondern auch auf der menschlichen Ebene sehr viel gelernt. Durch den Kurs hat sich so viel geändert - und zwar zum Guten. Ich fühle mich jetzt hier im Kanton sicherer. Zudem weiss ich, dass ich immer wieder zu Crescenda kommen kann, wenn mich etwas beschäftigt oder ich kann meine Anliegen anbringen und es werden dann neue Möglichkeiten gesucht oder neue Vorschläge gemacht. Natürlich werde ich weiter unterrichten. Ich geniesse meine Schüler.

Eva abschliessend über Crescenda:

Aufgrund meines sichtbaren Erfolges würde ich Crescenda ehrlich weiter empfehlen und aufzeigen, dass es einen Weg aus der Orientierungslosigkeit gibt, wenn man sich selbständig machen will.

Interview mit Joanna Krawczyk (Polen)

„Der Kurs hat mich in meinen Vorhaben, selbständig zu werden, bestätigt. Er hat mir bewusst gemacht: Ich bin eine Unternehmerin. Es gibt Momente, in denen ich immer wieder an die Aussage zurückdenke: Ihr seid Unternehmerinnen, egal wo Ihr auftretet. Das hilft mir manchmal sehr.“

Joanna Krawczyk hat nach dem Gründungskurs ihre eigene Sprachschule eröffnet: DeutschimPuls, die Sprachschule mit Schwung in der Region Basel. Ausserdem präsidiert sie die Alumnae Vereinigung von Crescenda, der Verein der Ehemaligen.

Joanna über ihren Weg zu Crescenda:

Die Idee zur Selbstständigkeit hat sich ergeben. Über das Migrationsamt, das mir verschiedene Unterlagen zu aktuellen Kursangeboten zustellte, bin ich zu Crescenda gestossen. Ich hatte mein Studium damals bereits abgeschlossen und schon zwei, drei Jahre in verschiedenen Institutionen als Deutschlehrerin gearbeitet. Als ich den Kurs bei Crescenda anfing, wusste ich ganz klar, dass ich eine eigene Sprachschule gründen möchte. Ich wollte meine eigenen Ideen und meine eigens entwickelten Methoden selber verkaufen. Das erforderte einen mutigen Schritt.

Joanna über ihre Erfahrungen im Gründungskurs:

Unsere Gruppe war heterogen, lebendig und hat etwas bewegt. Man lernte temperamentvolle, starke Frauen kennen, die wussten was sie wollen, aber auch offen für Neues waren. Das hat sehr Spass gemacht. Auch die Dozierenden waren sehr fordernd. Dem mussten wir uns stellen. Was mir sehr geholfen und mich bestätigt hat, war das Empowerment. Das war gut, um die persönliche Basis auszumachen. Im Kurs wurde auch aufgezeigt, dass es wahnsinnig viel Kraft braucht, etwas Eigenes aufzubauen. Man darf nie aufhören, darf sich nie zurücklehnen und es gibt natürlich auch Rückschläge dabei. Das war wirklich eine gute Basis, wie man dann später im Unternehmen damit umzugehen hat.
Im Kurs ging es unter anderem darum, eine Unternehmensphilosophie zu entwickeln, herauszufinden, wo man steht, wie man vorgehen möchte, wo man sich positionieren kann, was im Rahmen der Möglichkeiten liegt und wie man sich und sein Angebot am Besten vermarkten kann. Viele Schwierigkeiten ergeben sich erst nach der Gründung. Mit der Zeit weiss man, was man unternehmen muss und was man besser unterlässt. Aber das sind die gemachten Erfahrungen. Im Gründungskurs von Crescenda lernt man gewisse Grundsätze.
Der Kurs hat mich in meinen Vorhaben, selbständig zu werden, bestätigt. Er hat mir bewusst gemacht: Ich bin eine Unternehmerin. Es gibt Momente, in denen ich immer wieder an die Aussage zurückdenke: Ihr seid Unternehmerinnen, egal wo Ihr auftretet. Das hilft mir manchmal sehr. Ich bin nicht nur Joanna, sondern auch Unternehmerin.

Joanna über ihre Zukunftspläne:

Am Anfang war es wirklich schwierig, sich eine Kundschaft aufzubauen. Es braucht Zeit, bis die Leute dich kennen. Jetzt kann ich davon leben, was ich mir erarbeitet habe. Das ist eine grosse Freude für mich. Meine Sprachschule ist mein Lebensprojekt und ich sehe jetzt, dass es sich gelohnt hat, dafür einzustehen.
Mein grosses Anliegen gilt der Verbindung von Bewegung und Sprache. Ich möchte die deutsche Sprache nicht nur mittels des Schriftsystems vermitteln. Viele Menschen haben grosse Schwierigkeiten mit dem Lesen. In unserer Gesellschaft sind wir es uns gewohnt alles mit Schriften zu belegen, aber erst durch die Melodie, den Klang und den Rhythmus einer Sprache, kann man sie erlernen.

Interview mit Afiwa Berger (Togo)

 „Crescenda gibt allen eine Chance, egal wer du bist und von wo du kommst. Das finde ich toll.“

Afiwa Berger hat 2010 ihr Crescenda-Diplom erlangt. Sie betreibt in Kleinbasel den Laden „Berger Sea Food“ (Kleinhüningerstrasse 139, 4057 Basel).

Afiwa über ihren Weg in die Selbständigkeit:

Ich wollte immer schon selbständig sein. Ich war immer ein bisschen auf der Suche nach Unterstützung, so besuchte ich ein Jahr lang einen Kurs der Integrationsstelle der Stadt. Seit 2005 bin ich nun selbständig. Zuerst habe ich mit einem kleinen Restaurant für zwölf Leute angefangen. Es gab viele verschiedene Snacks und Mahlzeiten, zum Beispiel gelbe Kochbananen. Dieses Restaurant habe ich zusammen mit einer Kollegin zwei Jahre lang betrieben und es ist gut gegangen. Aber wir hatten beide kleine Kinder und es gab viel Arbeit. Wir haben nicht genug verdient, um den Kinderkrippe und die Tagesmutter zu bezahlen. Zur selben Zeit habe ich dieses Lokal hier gefunden. Ich dachte mir, dass es mit einem Geschäft vielleicht besser geht und schloss das Restaurant. Ich bin nicht jemand, der herumsitzen kann, ohne etwas zu machen (lacht).
Am Anfang unterstützte mich mein Freund. Er hat mir geholfen, die zahlreiche Ware hier hineinzuschleppen. Auch viele weitere Leute haben mir immer wieder geholfen. Ich wollte ein Geschäft machen, das einen guten Mix an Waren anbietet. Die afrikanischen Produkte kann ich in Frankreich bestellen. Ich möchte vielfältige, spezielle Sachen in hoher Qualität zu einem guten Preis anbieten.

Afiwa über ihren Weg zu Crescenda:

Ich hatte meinen Laden schon ein paar Jahre und war immer ein bisschen auf der Suche um die aktuelle Situation optimieren zu können. Ein Bekannter hat mir dann gesagt, dass es hier in Basel eine Schule für migrierte Frauen gibt, die sie in ihrer Selbstständigkeit unterstützt.

Afiwa über ihre Erfahrungen im Gründungskurs:

Im Kurs habe ich vor allem Business-Tipps bekommen. Manchmal war die Sprache ein Problem. Ich habe trotzdem profitiert, indem ich bezüglich Budgetplanung eine Systematik und bezüglich Rechtliches neue Grundlagen erlernen konnte. Manchmal wenn ich etwas budgetieren muss, mache ich wieder Gebrauch von dem, was wir gelernt haben. Ab und zu denke ich aber auch, dass ich mehr hätte lernen können. Und manchmal funktioniert die Umsetzung auch nicht. Viele Leute haben eine gute Idee, die in der Praxis dann nicht mehr funktioniert. Da hilft Crescenda abzuklären, was machbar ist und wie man die Idee umsetzen kann. Ich habe gelernt, meine Ziele zu definieren und nach Lösungen zu suchen, um meine Situation zu optimieren und meine Geschäftsstrategien zu professionalisieren.

Afiwa über ihre Zukunftspläne:

Mein Plan ist: Ich warte auf ein Abrakadabra! Nein, Scherz. Ich suche immer ein bisschen, was man noch machen könnte. Wenn ich jemanden finden würde, der mit mir einen grösseren Laden eröffnen würde, dann wäre das eine Option. Alleine könnte ich das aufgrund des Arbeitsaufwandes nicht. Manchmal bin ich ja hier schon am Anschlag. Mehr finanzieller Aufwand, mehr Arbeitseinsätze würde das bedeuten. Das würde ich alleine nicht schaffen. Der Druck ist manchmal gross und er lastet auf mir alleine. Business braucht viel Geduld, das ist klar, aber vor allem muss man immer Lösungen finden, um alles besser machen zu können. Ich habe eine Stammkundschaft, die sind immer sehr zufrieden. Mal sehen, wie es weitergeht.

Interview mit Elisabetta Portner (Sardinien)

"Mein Mann, mein Bruder und meine fünf Kinder sind in das Projekt integriert und dadurch zu einer Ressource, zum Fundament für mein ganzes Unternehmen geworden."

Elisabetta Portner hat mit ihrer innovativen Basler Kinderkrippe "Über den Wolken", bei der alle Kinder in die Grossfamilie Portner integriert sind, 2010 den Jungunternehmerpreis Nordwestschweiz gewonnen. Als mittlerweile erfahrene Unternehmerin ist sie für Crescenda auch als Dozentin tätig.

Elisabetta über ihren Weg zu Crescenda:

Als ich vor über 10 Jahren in die Schweiz gekommen bin, musste ich merken, dass all meine Diplome hier nicht gelten. Es war schwierig, Arbeit zu finden, auch weil ich die Sprache nicht gut kannte. Vorher hatte ich mit meinem Mann in Sardinien ein Grafikatelier geteilt und beschloss hier etwas Neues suchen. Ich war als Tagesmutter tätig, seit langem habe ich drei feste Familien, für die ich arbeite. Die Kinder betreue ich bei mir zu Hause im „Über den Wolken“, einem grossen Haus mit Garten und Tieren. Mein Mann, mein Bruder und meine fünf Kinder sind in das Projekt integriert und dadurch zu einer Ressource, zum Fundament für das ganze Unternehmen geworden. Als Familienprojekt sind wir flexibel und als Italienerin kommt das auch ein bisschen aus meiner Kultur, eine grosse Familie zu haben. Ich habe nicht viel Werbung gemacht, über Mund-zu-Mund Propaganda kommt immer wieder jemand dazu. Das ist schon eine Garantie, auch für die Qualität. Als das Projekt angelaufen ist, habe ich begonnen den Kurs bei Crescenda zu besuchen, was mir stark weitergeholfen hat. Mein Mann, eine Freundin aus Basel und auch die Integrationsstelle hatten mich ermuntert, mit meiner Idee zu Crescenda zu gehen.

Elisabetta über ihre Erfahrungen im Gründungskurs:

Im Prinzip habe ich alle bürokratischen Dinge gelernt, mit denen ich vorher nie gearbeitet habe. Oft ist es für Ausländerinnen auch nach Jahrzehnten und mit einem Schweizer Mann schwierig, die Türen zur Gesellschaft zu öffnen. Wir haben wie eine Angst und bleiben ein bisschen versteckt. Meine persönliche Situation war vorteilhaft, weil ich einen tollen Mann habe, der mich unterstützt, aber es gibt viele, die auch in der Familie Mühe haben und nie richtig frei sind. Deshalb ist es wichtig die Frauen zu stärken. Das war toll am Kurs, dass man sich austauschen kann und sieht, wie es anderen geht. Zu sehen, dass andere oft schwerere Probleme haben, öffnet auch die Gedanken. Die Gruppenarbeiten, die Treffen und die Lehrer waren sehr bereichernd. Auch der Präsentationsabend war toll und wirklich eine Probe. Das macht uns mutiger.

Elisabetta über ihre Zukunftspläne:

Die Kinderbetreuung ist ein Bereich, der viel Vertrauen und somit auch Zeit braucht. Deshalb kann ich nicht sagen, dass mir Crescenda ein grosses Kundennetz gebracht hat, aber ich konnte die Türen für ein etwas grösseres Publikum öffnen. Es sind viele kleine Schritte, wie zum Beispiel ein Interview mit Radio Basel, die mein Unternehmen bekannter machen. Vielleicht werde ich in ein paar Jahren von diesem Netz profitieren. Es tut gut, in der Schweiz eine Weiterbildung mit Diplom absolviert zu haben, das ist schon was. Mal schauen wie es weitergeht, ich lasse mich überraschen. Und für später, wenn meine Kinder erwachsen sind, habe ich neue Ideen.

Interview mit Ginette Huwiler (Haiti)

„Ich möchte den Schweizerinnen und Schweizern gerne etwas von der karibischen Atmosphäre vermitteln und einen Ort der Entspannung, der Fröhlichkeit und des genussvollen Essens bieten.“

Ginette Huwiler hat nach dem Gründungskurs das Wirtepatent erworben und hat vier Jahre lang, bis im Herbst 2013 das hauseigene Bistrot Crescenda geführt. Sie hat in Basel ihr eigenes karibisches Restaurant, "lever du soleil", eröffnet.

Ginette über ihren Weg zu Crescenda:

Mein damaliger Arbeitgeber hat in der Basler Zeitung einen Bericht über Crescenda gelesen und mich auf die Idee gebracht, mich auf diesem Weg für meinen Traum, ein karibisches Restaurant zu eröffnen, einzusetzen bzw. auszubilden. Ich kochte immer wieder karibisch für seine Angestellten, für Institutionen und Privatpersonen sowie auch für den Konsul der Zentralafrikanischen Republik. Zusätzlich bot ich Kochkurse an. Mein Arbeitgeber musste aufgrund der Globalisierung und der digitalen Technik seine Firma restrukturieren und konnte mich nicht mehr beschäftigen. Ich war zehn Jahre in seiner Bildagentur tätig und musste mich nach einer neuen Arbeit umsehen. Bei der Suche nach einer neuen Tätigkeit wurde ich von ihm unterstützt. Das Angebot von Crescenda interessierte mich sehr, denn ich wollte einen Schritt weiter kommen bei der Verwirklichung meines Traums. 

Ginette über ihre Erfahrungen im Gründungskurs:

Ich habe sehr schnell erfahren, dass die Eröffnung eines Restaurants in der Schweiz ein schwieriges und kompliziertes Unterfangen ist. Ich kam so ziemlich auf den Boden der Realität.

Ich habe viel profitiert und gelernt, wie ein Geschäft aufgebaut und geführt wird. Mit den Kurskolleginnen hatte ich viel Spass. Wir tauschten uns aus und ich machte die Erfahrung, dass ich nicht die einzige war, die hier als Ausländerin hie und da Probleme hatte. Die Schweiz ist natürlich schon lange mein Zuhause geworden und ich fühle mich hier wohl und bin dankbar, hier zu leben. Mit vielen Schweizern habe ich inzwischen ein ausgezeichnetes Verhältnis und werde auch ohne rassistische Vorurteile unterstützt. Selbstverständlich fehlt mir manchmal meine sonnige Heimat. Mit meinen kulinarischen Leckerbissen kann ich aber die karibische Sonne in die Schweiz bringen. Ich freue mich, wenn ich dadurch ebenfalls etwas zum besseren Verständnis zwischen «noir et blanc» beitragen kann – Liebe geht ja bekanntlich durch den Magen. In allen Schwierigkeiten, die es in meiner Situation immer wieder gibt, lebe ich nach dem Grundsatz: «Was einen nicht umbringt, macht einen nur stärker.»

Ginette über ihren weiteren Weg:

Anschliessend an den Gründungskurs war ich arbeitslos und habe einen älteren kranken Mann gepflegt. Ich habe das Wirtepatent und ein Praktikum in einem Restaurant absolviert und gelernt, mit Ämtern und Behörden umzugehen. Gleichzeitig suchte ich nach einem Restaurantlokal. Doch die Pachtzinsen schienen mir nicht realistisch.

Dann erhielt ich von Crescenda das Angebot, das geplante Bistrot an der Bundesstrasse zu leiten. Ich habe angenommen, weil ich den Schweizerinnen und Schweizern gerne etwas von der karibischen Atmosphäre vermitteln und einen Ort der Entspannung, der Fröhlichkeit und des genussvollen Essens bieten wollte. Im Bistrot Crescenda werden die Gäste nicht nur mit karibischen Spezialitäten, sondern auch mit andern exotischen und schweizerischen Gerichten verwöhnt. Seit dem Herbst 2013 bin ich nun selbständig, ich habe in Basel mein eigenes Restaurant "lever du soleil" eröffnet.

 

Interview mit Colleen Dunkel (USA)

„Die Geborgenheit mit und bei Crescenda bedeutet mir noch immer viel. Es ist ein Netz, auf das ich immer zurückkommen kann.“

Colleen Dunkel hat 2006 den Gründungskurs absolviert und anschliessend eine Englisch-Sprachschule gegründet. Als Mrs. Crocodile unterrichtet sie nicht nur, sie designt auch Theaterkostüme, schreibt einen Blog und vieles mehr.

Colleen über ihre Erfahrungen im Gründungskurs

Ich machte alles sehr positive Erfahrungen. Was mir sehr geholfen hat, war, dass ich durch Crescenda mehr Deutsch sprechen konnte und musste. Vor allem im Kreis mit den anderen Teilnehmerinnen fiel es mir leichter, Deutsch zu sprechen. Vor Crescenda habe ich mich vieles aufgrund der Sprache nicht getraut.

Crescenda gab mir die Motivation, mich hier in der Schweiz selbständig in allen Bereichen bewegen zu können. Vor dem Kurs traute ich mir viel nicht zu und hätte viele alltägliche Dinge deswegen gar nicht unternommen. Es fehlte mir an Selbstvertrauen für ganz einfache Angelegenheiten, wie beispielsweise Mails schreiben.  Durch Crescenda habe ich nun das Selbstvertrauen, Angelegenheiten auch auf Deutsch zu erledigen. Bis heute begleitet mich Crescenda: Ich habe noch Coachings, Fachberatungen sowie regelmässigen Erfahrungsaustausch. Ich bin immer wieder überrascht, wie viel Unterstützung ich bekomme. Ich habe mittlerweile mehr Sicherheit im Geschäftsleben. Ich habe gesehen, wo ich Geld investieren soll und wo nicht. Ich kann heute besser entscheiden, wo ich wie viel Energie rein stecke.

Colleen über Crescenda:

Crescenda hat mir sehr viel geholfen. Ich kann heute hier in der Schweiz auf eigenen Beinen stehen. Die Geborgenheit mit und bei Crescenda bedeutet mir noch immer viel. Es ist ein Netz, auf das ich immer zurückkommen kann.